MINT macht sichtbar – mit Bausteinen über Mobbing sprechen
Im iLab des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZLB) an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt setzten sich Schülerinnen und Schüler einer 5. Klasse der Mittelschule Eichstätt-Schottenau auf kreative Weise mit dem Thema Mobbing auseinander. Angeleitet von ihrer Lehrkraft und mithilfe von bunten Bausteinen entwickelten sie eigene Szenen und Geschichten, um so verschiedene Formen, Dynamiken und mögliche Auswege aus Mobbing-Situationen sichtbar zu machen. Diese wurden im Anschluss im Plenum vorgestellt und gemeinsam reflektiert.
Dabei entstanden vielfältige Modelle: Von einer Konzertbühne über digitale Chatverläufe bis hin zu einer Schulklasse als Fahrzeug, das durch Mobbing „aus dem Gleichgewicht gerät“. Ebenso wurde darüber gesprochen, welche Auswirkungen Mobbing auf die Betroffenen hat. Auch Lösungsansätze fanden Eingang in die Bauwerke, beispielsweise das Gespräch mit einer vertrauten Person, das Eingreifen von Außenstehenden oder das gemeinsame Handeln gegen Ausgrenzung.
Der Workshop zeigte, wie sich mit MINT-nahen, handlungsorientierten Methoden auch soziale Themen erfahrbar gestalten lassen. Durch das Bauen, Konstruieren und gemeinsame Problemlösen wurden zugleich zentrale MINT-Kompetenzen wie räumliches und logisches Denken, systematisches Vorgehen, Kreativität und das Arbeiten im Team gefördert. Diese Verknüpfung von kognitiven und sozialen Lernprozessen macht deutlich, dass MINT-Bildung weit über Fachinhalte hinausgeht und ebenso Persönlichkeitsentwicklung einschließt.
Der Besuch im iLab ermöglichte den Schülerinnen und Schülern zudem einen Perspektivwechsel. Lernen außerhalb des Schulkontexts, an einem universitären Ort, eröffnet neue Zugänge und kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die bislang wenig Berührung mit akademischen Lernumgebungen hatten, Motivation und Selbstwirksamkeitserleben stärken. Solche Erfahrungen tragen wesentlich zu Chancengerechtigkeit und Teilhabe in der Bildung bei.
Die entstandenen Modelle werden über den Workshop hinaus weiter im Unterricht genutzt, um die Impulse zu vertiefen und das Thema Mobbing zu diskutieren. Auf Grundlage der entstandenen Fotos ist außerdem eine kleine Ausstellung geplant, zu der die Eltern der Schülerinnen und Schüler eingeladen werden.
Die Idee für die Kooperationsveranstaltung entstand beim 2. Netzwerktreffen von Servus MINT am 1. Oktober 2025 und wurde noch im selben Monat umgesetzt. Ein Beispiel dafür, wie aus Vernetzung konkrete Bildungsimpulse entstehen können.